Reihenfolge der evangelischen Pfarrer in Hermannseifen bis 1945:
- Stephan Hoszu, ein geborener Ungar. Er wirkte vom 11. April 1783 bis 4. April 1784.
- Magister Christian Bogenhardt, vom 11. April 1784 bis 1788, ein Sachse von Geburt.
Er verließ die Gemeinde, weil sie ihm den Gehalt von 300 fl. nicht zahlen konnte und wurde darauf Pastor
in Schönau bei Hirschberg.
- Karl Franz von Hoeniczka, Superintendent vom 11. November 1789 bis 13. April 1807.
Er starb hier im Jahre 1807 und wurde auf dem katholischen Friedhof begraben, da die Protestanten noch
keinen eigenen Friedhof hatten. Unter ihm brach eine Bauernaufstand aus. Am ersten Sonntag nach Erscheinung
des Herrn 1807 wurde auf Befehl der Obrigkeit in beiden Kirchen "vom Gehorsam der Untertanen gegen die Obrigkeit"
gepredigt, wobei sich der Pastor einiger unbeliebter Ausdrücke bediente. Da entstand unter den Zuhörern ein großer
Lärm und dieselben gingen mit großem Getöse davon. (Liber memorabilis / Pfarrgedenkbuch)
- Ferdinand Gottfried Schaar aus Glatz, vom 1. August 1807 bis 1. Mai 1812. Im Liber
memorialis heißt es von ihm: "Er war ein halber Katholik, hat als Student in Königgrätz ministriert und
emigrierte 1812 nach Schlesien, wo er in Johannesberg als Pastor angestellt wurde."
- Friedrich Karl Derks, vom 5. November 1812 bis 11. November 1814. Er ging nach
Schlesien und wurde in Friedland bei Braunau Pfarrer.
- Wilhelm Friedrich Wenzel, aus Zittau in Sachsen wirkte vom 3. April 1815 bis 1. Feber 1816.
Er kam als Pfarrer nach Warmbrunn in Pr. Schlesien.
- Franz Havlik aus Kreuzberg in Mähren, wirkte vom 27. Juni 1816 bis zum 18. Oktober 1819.
- Mathias Havlik, ein Bruder des Franz Havlik, kam von Krizlitz bei Rochlitz a./I. und wirkte hier vom
19. Dezember 1819 bis 18. Februar 1825. Er ist hier gestorben und wurde schon auf dem evangelischen
Friedhof begraben.
- Jakob Benesch, Senior und Schuldistriktsaufseher im nördlichen Teile Böhmens, wirkte hier
vom 25. Dezember 1825 bis zum Mai 1847. Unter ihm wurde im Jahre 1833 die evangelische Schule bewilligt,
doch erst nach manchen Hindernissen am 2. Juli 1834 eröffnet.
- Christian August Molnar, wirkte hier vom Juni 1848 bis März 1856
- Johann Kupka, wirkte vom Juni 1858 bis 2. April 1893. Er ist hier gestorben und auf dem evangelischen
Friedhof begraben.
- Wenzel Stiller, ein gebürtiger Hermannseifner aus dem Bauernhof No. 170, wirkte hier
vom November 1893 bis Jänner 1909. Er übersiedelte als Pfarrer nach Mödling bei Wien und ist am
3. März 1922 daselbst verstorben.
- Hermann Steckert, gebürtig aus Reichenberg, kam als Vikar von Deutsch-Gabel, und war hier als Pfarrer
vom 28. März 1909 bis 20. März 1927. Er übersiedelte als Pfarrer nach Haida.
- Erwin Hoffmann, aus Tetschen in Schlesien, kam von Zauchtel in Mähren, wo er als
Vikar angestellt war und wirkte hier vom 1. April 1927 bis 17. März 1932. Er kam dann als Pfarrer nach
Kuttelberg in Schlesien.
- Wilhelm Stöß, in Graslitz geboren, war Vikar in Rumburg, wirkt hier seit
4. Dezember 1932. Am 26. Feber 1933 fand seine Amtseinführung durch Kirchenrat Knorek in Trautenau statt.
- Wilhelm Rieck, kriegsversehrt, dient der Gemeinde vom Dezember 1942 bis Juni 1945.
In der pfarrerlosen Zeit von 1939 bis 1942 werden Lese-Gottesdienste von Oberlehrer Völpel (+1943) und
danach von meinem Großonkel Josef Müller (Lektor und Organist) abgehalten.